Ok, es ist bald so weit. Nach der Onlineumfrage der EU will der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, dem Votum des Volkes folgen und die Zeitumstellung abschaffen.

Das Problem dabei: Die Mehrheit der Wähler wünschte sich die Sommerzeit. Im täglichen Sprachgebrauch haben sich die Ausdrücke Sommer- und Winterzeit etabliert. Leider fehlt bei dieser Benennung ein wichtiger, inhaltlicher Wert – denn ursprünglich hieß es Normalzeit und Sommerzeit.

Offenbar entstammt der Wunsch für dauerhafte Sommerzeit nur der positiveren Wirkung des Wortes. Eine überlegte Entscheidung für ein solches Votum kann es jedenfalls nicht gewesen sein.

Die Normalzeit richtet sich nach dem Stand der Sonne am Mittag. Zum Zeitpunkt des Höchststandes ist es 12 Uhr. Der Tag wird also durch den Sonnenstand in zwei Hälften geteilt.

Sonnenauf- und Sonnenuntergang sind über die EU hinweg verteilt ohnehin schon unterschiedlich genug. Bei EU-weiter dauerhafter Sommerzeit wären westliche Länder durch einen extrem späten Sonnenaufgang beeinträchtigt und östliche Länder durch einen extrem frühen Sonnenuntergang.

Bei einer Festlegung auf Sommerzeit ist die Wahrscheinlichkeit für einen EU-Zeit-Flickenteppich sehr hoch – denn das letzte Wort bei der Einstellung der Zeit haben die Länder selbst.